TITAL verdoppelt Motorsportgeschäft
Die TITAL GmbH, Titan- und Aluminium-Feinguss-Spezialist aus Bestwig, ist als Zulieferer für den Premium-Motorsportbereich immer mehr gefragt. Wie Philipp Jerusalem, Leiter Vertrieb und Marketing bei TITAL, bestätigt, hat sich das Motorsportgeschäft in den zurück liegenden 3 Jahren mehr als verdoppelt. TITAL beliefert Hersteller und Teams u.a. aus Formel 1, ALMS / Le Mans, sowie dem Motorrad-Rennsport. Im Rapid-Prototyping-Verfahren werden Getriebegehäuse sowie Motoren- und Fahrwerkskomponenten aus Aluminium oder Titan hergestellt. Ein speziell ausgebildetes Team ist damit betraut, die Teile auf Prototypen-Ebene in kürzesten Produktions- und Durchlaufzeiten herzustellen.
Den Erfolg im Motorsportbereich sieht Philipp Jerusalem darin begründet, dass der Motorsport von dem hohen Anspruch an die Gussteile profitiert, den TITAL auch seinen Bauteilen für den Luft- und Raumfahrtbereich zugrunde legt. Heißt: Hohe Komplexität der Gussteile, niedrige Gewichte bei gleichzeitig höchster Materialgüte. Jerusalem: „Zudem liefern wir nicht nur in Kleinserien, sondern eben auch in Prototypenstückzahlen, wenn gewünscht auch in Losgröße 1. Dabei gehen wir flexibel auf die Bedürfnisse unserer Kunden ein. Denn jede Verkürzung in der Produktionszeit bei uns bedeutet mehr Zeit für Entwicklung und Erprobung bei unseren Kunden."
Der Motorsport stellt insofern eine Herausforderung für TITAL dar, weil „jedes der von uns produzierten Gussteile schon als Prototyp auf die anspruchsvollen Abnahmestandards der Formel 1 gehoben werden muss", verdeutlicht Rainer Sabisch, Engineering-Manager bei TITAL. Der Grund: Die Gussteile, jeweils Einzelstücke, müssen bereits innerhalb von vier bis acht Wochen fertig sein.
In der Regel handelt es sich bereits um Bauteile für den Renneinsatz, für Muster bleibt meist keine Zeit. Dazu Sabisch: „Die Konstruktionspläne für die kommende Saison erreichen uns im Spätherbst. Da die nächste Saison bereits im Frühjahr beginnt, müssen wir um die Weihnachtszeit herum produzieren und liefern." Jede Saison stelle neue Herausforderungen dar, denn die Anforderungen der Kunden sind jedes Mal anders. „Es gibt keine Muster, die übernommen werden könnten", so Sabisch weiter.
Weitere Herausforderung: Bei der Konstruktion der Teile gilt es, das technisch Machbare auszureizen. Sabisch: „Mit den High-End-Teilen sollen Rennen gewonnen werden. Das bedeutet, maximale Komplexität und Festigkeit bei minimalem Gewicht in kürzestmöglicher Zeit. Ein typisches Formel 1 Getriebegehäuse aus Aluminium wiegt lediglich ca. 14 kg.
Beim Feinguss nach dem Wachsausschmelzverfahren werden für die Gussherstellung Modell eingesetzt, welche im Rapid Prototyping aus Silikonformen oder im Laser-Sinterverfahren hergestellt werden. Dadurch sind Gussteile auch ab der Stückzahl 1 zu akzeptablen Kosten herstellbar, ohne die Flexibilität bei möglichen Designänderungen einzuschränken.
Aufgrund der hohen Nachfrage aus dem Motorsportbereich will TITAL sein Geschäft in diesem Segment weiter ausbauen. Erstmals wird der Feingussspezialist daher auf der Motorsportmesse „Professional Motorsport Expo" vom 3. bis 5. November in Köln ausstellen. Für die kommende Saison im Jahr 2010 führt TITAL bereits intensive Gespräche mit derzeit drei weiteren namenhaften Kunden.
